Unsere Geschichte

Hervorgegangen aus einer "Vereinigung inaktiver VDSter" wurde der VDSt zu Münster Ende des SS 1902 von Rektor und Senat anerkannt. Zuvor hatte er sich bereits an der Gründung eines "nichtkonfessionelle Studentenausschusses" beteiligt, der sämtliche nichtkatholischen Verbindungen Münsters umfasste. Eine geachtete Stellung in der Studentenschaft konnte der Verein dann lange Zeit bewahren; so hielt beispielsweise ein Bundesbruder im Jahre 1904 die Festrede auf dem von allen Korporationen gemeinsam veranstalteten Kaiserkommers.
Während des ersten Weltkrieges ruhte der Bundesbetrieb dann fast ganz.
Mehrfach hat der Verein in den 1920er und 1930er Jahren sein Heim wechseln müssen. So tagte er bis 1931 im "Adler" in der Königsstraße, dann erwarb er eine Etage im "Pelsterhaus", 1934/35 konnte schließlich ein eigenes Haus an der Kreuzkirche günstig gekauft werden. Auch ein seit 1910 bestehendes Bootshaus an der Werse, das 1924 umgebaut und erweitert wurde, trug wesentlich zur Gestaltung des Bundeslebens bei. Unser Bundeshaus  wurde im Kriege mehrfach durch Bomben beschädigt und versank am 22.März 1945 endgültig in Trümmer. Dies war besonders schmerzhaft, galt das Haus doch als eines der schönsten im Verband und beinhaltete zahlreiche Gegenstände von großem historischem Wert. Das Grundstück wurde nach dem Krieg enteignet, konnte aber 1954 wieder gewonnen werden. Der Wiederaufbau sollte noch 1958 beginnen, bis dahin tagte der aktive Bund noch im "Himmelreich" am Aasee.
Folgende Ereignisse aus dem Bundesleben der Vorkriegszeit verdienen besondere Beachtung: Das 25jährige Stiftungsfest wurde 1927 mit großer Beteiligung gefeiert. Auf dem Festkommers des Stiftungsfestes 1931 wurden die Herren Professoren D, Herrmann und Geheimrat Dr. Schmidt zu Ehrenmitgliedern des Bundes ernannt. Die Auseinandersetzung mit den Nationalsozialisten hatte zur Folge, dass der VDSt Münster im Jahre 1934 den Namen "Kameradschaft VDSt" annahm. Unter dieser Bezeichnung konnte alter VDSter-Geist bis nahe Kriegsende tradiert werden.

Nach dem Kriege hat dann das Bundesleben lange Zeit geruht. Wohl bestand schon seit 1948/49 ein Stammtisch alter VDSter in der Ratsschänke zu Münster, doch konnte erst im WS 1952/53 ein aktiver Bund mit zunächst 12 Mitgliedern wieder gegründet werden. Hierbei - wie bei der weiteren Entwicklung des Bundes - hat neben den in Münster ansässigen Alten Herren und unserem Altherrenvorstand der Stammtisch zu Hamm (Westfalen) maßgeblich mitgeholfen. So war es auch möglich, 1953 wieder das erste Nachkriegsstiftungsfest der Münsteraner zu feiern.
Nach und nach hat der Münsteraner Bund unter Anknüpfung an alte Traditionen und gleichzeitig in bewusstem Beschreiten neuer Wege einen eigenen Habitus entwickelt. Zunächst tagten wir im kleinen "Fürstenzimmer" der "Stadtschenke" dann mussten wir nach Einführung einer Fuxia 1954 in den größeren Raum der "Domschänke" umziehen und fanden schließlich eine Bleibe im "Himmelreich" am Aasee. 1955 beginnen wir auch erstmalig wieder einen würdigen Reichgründungskommers mit einer Festrede unserer Alten Herrn Dr. Neumann und Preetz.

Als bedeutsamstes - und mit größter Freude begrüßtes Ereignis - darf die Verbindung mit dem VDSt Halle/Wittenberg bezeichnet werden, der die Verbandstagung in Berlin am 26. Juli 1957 zustimmte. Um den Aktiven eine ständige Bleibe zu geben, beschloss der Altherrenbund, sein an der Ecke Kampstraße/Hoyastraße gelegenes Grundstück einer Brauerei für den Bau einer Gaststätte und eines Wohnhauses zur Verfügung zu stellen, und zwar auf Erbpacht. Es sollte dem Bund ansprechende Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, und die Versorgung - auch Mittagessen - von der Gastwirtschaft vorgenommen werden. Im SS 1959 war es dann soweit: Der Bund konnte nach langen Jahren sein Stiftungsfest wieder in eigenen Räumen feiern. Die anfängliche Freude und Hochstimmung verblasste jedoch im Laufe der Jahre immer mehr, da sich das Verhältnis zwischen dem aktiven Bund und dem Gastwirt zunehmend verschlechterte. Im Verlaufe des Jahres 1965 wurde es endgültig klar, dass ein weiteres Verbleiben in der Kampstraße unter den eingetretenen Umständen sinnlos war. Der Altherrenbund verhandelte deshalb mit der Brauerei, um den Vertrag zu lösen und aus dem Erlös ein eigenes Haus zu erwerben. Zu den äußeren Schwierigkeiten des Bundes traten innere. Im WS 64/65 hatte der VDSt Münster/Halle-Wittenberg den Vorort. Zu dieser Zeit war der Bund im Verband als "links“ verschrien. Die Übernahme des Vororts bedeutete für Münster einen beträchtlichen Aderlass, von dem sich der Bund nur unter Schwierigkeiten erholen konnte. Die theoretische Arbeit versank immer mehr in der Bedeutungslosigkeit und ließ den Streit zwischen den theoretischen und der praktischen Linie verschwinden. Die Folge davon waren einige Austritte von Bundesbrüdern, die gerade den VDSt als Plattform für die politische Arbeit der Studenten angesehen hatten.
Die Jahre 1967/68 waren erneut durch Wanderschaft gekennzeichnet, der Bund war ohne feste Bleibe. Das Bootshaus an der Werse bildete das Kernstück des Bundeslebens. Der Zusammenhalt wurde vor allem durch den gemeinsamen Mittagstisch aufrecht erhalten. Die Jahre der Wanderschaft waren trotz dieser Schwierigkeiten durch sehr feucht-fröhliche Semester mit vielen Aktivmeldungen gekennzeichnet.
Endlich am 27. April 1968 war es soweit, der Bund konnte das neue Haus in der Grimmstraße einweihen. Die nachhaltigen Bemühungen verschiedener Alter Herren, insbesondere des Bundesbruders Quentin, führten zum Erwerb eines repräsentativen Verbindungshauses, das den Aktiven und auch den Inaktiven zu einer zweiten Heimat werden sollte.

In der turbulenten Wendezeit der Jahre 1989 und 1990 machten sich Aktive und Alte Herren aus Münster nach Halle an der Saale auf, wo sich junge Hallenser Studenten von den Münsteraner Bundesbrüdern schnell für die Ideale unserer Verbindung begeistern ließen.
Am 7. Dezember 1990 konnte in Halle dann ein feierlicher Wiedergründungskommers für den VDSt Halle-Wittenberg begangen werden. Dem Altherrenbund Münster/Halle-Wittenberg gelang es am 12. Oktober 1991 ein am Saaleufer gelegenes Haus in den Weingärten in Halle zu erwerben, das seitdem Heimstatt der Hallenser Aktivitas ist. Besondere Verdienste haben sich dabei auf Altherrenseite die Bundesbrüder Pelshenke und Haas erworben.
Der VDSt Münster/Halle-Wittenberg ist seit dieser Zeit ein Altherrenbund mit zwei aktiven Bünden in Münster und in Halle.
Neben diesen Erfolgen stellte der Münsteraner Bund im Amtsjahr 1990/91 den Vorort des Verbandes und führte unter Leitung der Bundesbrüder Zeinert als Vx, Musial als Vxx, und Vogt als Vxxx die 110.Verbandstagung in Münster durch.
In den 1990er Jahren gab es in der Münsteraner Aktivitas - die in den Jahrzehnten zuvor als eher theoretischer Bund innerhalb des Verbandes galt -, eine stärkere Hinwendung zu traditionellen korporativen Elementen.
Der Münsteraner Bund beteiligte sich nun auch wieder stark am Geschehen im VVDSt und besuchte viele der Verbandsveranstaltungen. Da man sich selbst wieder stark den traditionell-konservativen und korporativen Elementen hinwendete, versuchte man gemeinsam mit einigen ähnlich gesinnten Bünden, diese auch wieder stark in den Verband einzubringen.

Im Jahre 2006 richtete man mit der "Chargentagung" und der "Ringkneipe der norddeutschen Bünde" gleich zwei Verbandsveranstaltungen aus und präsentierte sich dadurch auch verbandsweit von seiner besten Seite.